Konjunktur: Was hĂ€lt 2024 fĂŒr uns bereit?
Weiterhin erhöhte Inflationsraten, Rezessionssorgen sowie geopolitische Spannungen gehören zu den Themen, die uns 2024 wohl am stÀrksten beschÀftigen werden. Unseren Konjunktur- und Inflationsausblick und inwiefern geopolitische Belange darauf Einfluss nehmen können, lesen Sie nachfolgend.
<p>Die Notenbanken konnten die Inflation im vergangenen Jahr erfolgreich zurĂŒckdrĂ€ngen, dennoch befindet sich die Teuerung weiterhin oberhalb des Zielniveaus von 2,0 % und muss damit im Auge behalten werden. Ein Abebben der Inflation bei Energie- und Nahrungsmitteln, intakte Lieferketten (siehe Grafik) sowie eine global niedrigere Nachfrage haben dazu gefĂŒhrt, dass sich der Inflationsdruck auf allen Ebenen reduziert hat. Steigende GehĂ€lter durch einen ausgelasteten Arbeitsmarkt, höhere Mietpreise sowie steigende Kosten durch die Klimapolitik und protektionistische MaĂnahmen erzeugen allerdings Gegendruck. In der BTV gehen wir davon aus, dass die Inflation zwar weiter zurĂŒckgeht, das Tempo des RĂŒckgangs aber abnimmt und sich die Inflation langfristig oberhalb des Zielniveaus von 2,0 % einpendelt.</p> <h4>Druck auf Lieferketten hat sich seit der Coronavirus-Pandemie normalisiert</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47043" src="/app/uploads/2024/01/globale_Lieferketten.png" alt="Durch auf Lieferketten hat sich normalisiert" width="300" height="330" srcset="/app/uploads/2024/01/globale_Lieferketten.png 894w, /app/uploads/2024/01/globale_Lieferketten-375x413.png 375w, /app/uploads/2024/01/globale_Lieferketten-768x845.png 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.<br /> * Federal Reserve Bank of New York Global Supply Chain Pressure Index</span></p>
Die Notenbanken konnten die Inflation im vergangenen Jahr erfolgreich zurĂŒckdrĂ€ngen, dennoch befindet sich die Teuerung weiterhin oberhalb des Zielniveaus von 2,0 % und muss damit im Auge behalten werden. Ein Abebben der Inflation bei Energie- und Nahrungsmitteln, intakte Lieferketten (siehe Grafik) sowie eine global niedrigere Nachfrage haben dazu gefĂŒhrt, dass sich der Inflationsdruck auf allen Ebenen reduziert hat. Steigende GehĂ€lter durch einen ausgelasteten Arbeitsmarkt, höhere Mietpreise sowie steigende Kosten durch die Klimapolitik und protektionistische MaĂnahmen erzeugen allerdings Gegendruck. In der BTV gehen wir davon aus, dass die Inflation zwar weiter zurĂŒckgeht, das Tempo des RĂŒckgangs aber abnimmt und sich die Inflation langfristig oberhalb des Zielniveaus von 2,0 % einpendelt.
Druck auf Lieferketten hat sich seit der Coronavirus-Pandemie normalisiert

Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.
* Federal Reserve Bank of New York Global Supply Chain Pressure Index<p>Genau aus diesem Grund erwarten wir in der BTV, dass die Zentralbanken die Leitzinsen nicht zu schnell zurĂŒckfahren werden. Denn die Gefahr, die Inflation erneut anzuheizen, wĂŒrde damit ansteigen. Das bedeutet auch, dass wir die aktuell am Markt eingepreisten Zinssenkungen als ĂŒbertrieben beurteilen. Eine restriktivere Geldpolitik als erwartet, zusĂ€tzlich dazu abnehmende fiskalpolitische Anreize, eine geringere globale Nachfrage sowie protektionistische Tendenzen dĂŒrften das Wirtschaftswachstum weiterhin zurĂŒckdrĂ€ngen. Durch eine stĂ€rkere KonsumzurĂŒckhaltung wird sich die Eurozone nach BTV EinschĂ€tzung schwĂ€cher zeigen, wohingegen sich die USA auch im neuen Jahr eher robust prĂ€sentieren werden. Ausschlaggebend fĂŒr die Eurozone ist 2024 auch, wie sich Deutschlands Wirtschaft entwickelt. Als besonders belastend empfinden Deutschlands Unternehmer*innen die höheren Energie- und Rohstoffpreise, die Zunahme an bĂŒrokratischen HĂŒrden sowie den FachkrĂ€ftemangel in Zukunftsbranchen. Dies drĂŒckt vor allem auf die Innovationskraft und die WettbewerbsfĂ€higkeit Deutschlands.</p>
Genau aus diesem Grund erwarten wir in der BTV, dass die Zentralbanken die Leitzinsen nicht zu schnell zurĂŒckfahren werden. Denn die Gefahr, die Inflation erneut anzuheizen, wĂŒrde damit ansteigen. Das bedeutet auch, dass wir die aktuell am Markt eingepreisten Zinssenkungen als ĂŒbertrieben beurteilen. Eine restriktivere Geldpolitik als erwartet, zusĂ€tzlich dazu abnehmende fiskalpolitische Anreize, eine geringere globale Nachfrage sowie protektionistische Tendenzen dĂŒrften das Wirtschaftswachstum weiterhin zurĂŒckdrĂ€ngen. Durch eine stĂ€rkere KonsumzurĂŒckhaltung wird sich die Eurozone nach BTV EinschĂ€tzung schwĂ€cher zeigen, wohingegen sich die USA auch im neuen Jahr eher robust prĂ€sentieren werden. Ausschlaggebend fĂŒr die Eurozone ist 2024 auch, wie sich Deutschlands Wirtschaft entwickelt. Als besonders belastend empfinden Deutschlands Unternehmer*innen die höheren Energie- und Rohstoffpreise, die Zunahme an bĂŒrokratischen HĂŒrden sowie den FachkrĂ€ftemangel in Zukunftsbranchen. Dies drĂŒckt vor allem auf die Innovationskraft und die WettbewerbsfĂ€higkeit Deutschlands.
<p>Die Deglobalisierung ist in den letzten Jahren vorangeschritten, der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Coronavirus- Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben diese Entwicklung weiter beschleunigt. Themen wie Abschottungspolitik, Protektionismus oder die RĂŒckholung von ProduktionsstĂ€tten ins Inland bzw. ins benachbarte Ausland beschĂ€ftigen uns aktuell mehr denn je. ZusĂ€tzliche Unsicherheit entsteht in 2024, da mehr als die HĂ€lfte der globalen Bevölkerung zur Wahlurne schreitet. Es wird nicht nur in den USA, sondern zum Beispiel auch in GroĂbritannien und Indien sowie ein neues EU-Parlament gewĂ€hlt. Kommt es zur StĂ€rkung populistischer Strömungen, sind zunehmende Deglobalisierungstendenzen zu erwarten.</p> <p>Auch kann es zum Auflösen bestehender Handelspartnerschaften und zum KnĂŒpfen neuer Allianzen kommen. Beispielsweile wurde das BĂŒndnis der BRICS-Staaten, das ursprĂŒnglich aus Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika bestand, mit Januar 2024 um Saudi-Arabien, den Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ăgypten und Ăthiopien erweitert. Neue BĂŒndnisse entstehen, wohingegen der Handelskonflikt zwischen China und den USA wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaft Joe Bidens voranschritt. Nachdem Ex-US-PrĂ€sident Donald Trump diese Auseinandersetzung mit China mit der EinfĂŒhrung von Importzöllen auf chinesische Produkte begonnen hatte, wurde sie von Biden durch die Sanktionierung chinesischer Unternehmen fortgesetzt. US-ExportbeschrĂ€nkungen nach China sowie Verbote von Investments in chinesische Unternehmen betreffen vor allem sensible Technologien, die unter anderem auch militĂ€risch eingesetzt werden könnten. Dazu zĂ€hlen etwa Quantencomputer, komplexe und leistungsstarke Chips sowie Technologien, die im Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz Verwendung finden. China reagierte darauf u. a. mit Exportrestriktionen fĂŒr seltene Erden, die fĂŒr den Tech-Sektor unersetzbar sind und fast ausschlieĂlich in China gewonnen werden.</p> <p>ZusĂ€tzliche Unsicherheit entsteht durch den Konflikt um Taiwan, auf das China AnsprĂŒche erhebt und mit dem es eine âWiedervereinigungâ anstrebt. Taiwan gilt als strategischer StĂŒtzpunkt fĂŒr den globalen Handel und den weltweiten Schiffsverkehr und nimmt auch in ökonomischer Hinsicht durch die Produktion und Entwicklung komplexer Technologien eine wichtige Rolle ein. Durch den Sieg der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei bei den PrĂ€sidentschaftswahlen in Taiwan Mitte Januar wurde die demokratische, US-freundliche Ausrichtung Taiwans zwar unterstĂŒtzt, das KrĂ€ftemessen zwischen den USA und China geht jedoch weiter. Der Ausbau militĂ€rischer StĂŒtzpunkte durch China im SĂŒdchinesischen Meer und durch die USA entlang der ersten Inselkette, die Japan mit Taiwan und den Philippinen verbindet, fĂŒhrt zu Konfliktpotenzial (siehe Grafik). Im Gegenzug haben sich die USA den Zugang zu weiteren MilitĂ€rstĂŒtzpunkten auf den Philippinen gesichert. Die im November dieses Jahres anstehenden US-Wahlen bergen zusĂ€tzliche Unsicherheit in Bezug darauf, wie sich die Beziehungen zwischen den USA und China entwickeln werden. Auch wenn wir in der BTV nicht von einer Eskalation des Konflikts ausgehen, bleibt Geopolitik ein Thema, das uns 2024 stark beschĂ€ftigen wird und zwischenzeitlich auch immer wieder Einfluss auf die FinanzmĂ€rkte nehmen kann.</p> <h4>Taiwan hat eine wichtige strategische und ökonomische Rolle inne</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47331" src="/app/uploads/2024/01/map_Taiwan.png" alt="Taiwan hat eine wichtige strategische und ökonomische Rolle inne" width="500" height="361" srcset="/app/uploads/2024/01/map_Taiwan.png 1063w, /app/uploads/2024/01/map_Taiwan-375x271.png 375w, /app/uploads/2024/01/map_Taiwan-768x555.png 768w, /app/uploads/2024/01/map_Taiwan-1024x740.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47337" src="/app/uploads/2024/01/beschriftung_map_Taiwan.jpg" alt="" width="150" height="26" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: BTV; Stand 16.01.2024.</span></p>
Die Deglobalisierung ist in den letzten Jahren vorangeschritten, der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Coronavirus- Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben diese Entwicklung weiter beschleunigt. Themen wie Abschottungspolitik, Protektionismus oder die RĂŒckholung von ProduktionsstĂ€tten ins Inland bzw. ins benachbarte Ausland beschĂ€ftigen uns aktuell mehr denn je. ZusĂ€tzliche Unsicherheit entsteht in 2024, da mehr als die HĂ€lfte der globalen Bevölkerung zur Wahlurne schreitet. Es wird nicht nur in den USA, sondern zum Beispiel auch in GroĂbritannien und Indien sowie ein neues EU-Parlament gewĂ€hlt. Kommt es zur StĂ€rkung populistischer Strömungen, sind zunehmende Deglobalisierungstendenzen zu erwarten.
Auch kann es zum Auflösen bestehender Handelspartnerschaften und zum KnĂŒpfen neuer Allianzen kommen. Beispielsweile wurde das BĂŒndnis der BRICS-Staaten, das ursprĂŒnglich aus Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika bestand, mit Januar 2024 um Saudi-Arabien, den Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ăgypten und Ăthiopien erweitert. Neue BĂŒndnisse entstehen, wohingegen der Handelskonflikt zwischen China und den USA wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaft Joe Bidens voranschritt. Nachdem Ex-US-PrĂ€sident Donald Trump diese Auseinandersetzung mit China mit der EinfĂŒhrung von Importzöllen auf chinesische Produkte begonnen hatte, wurde sie von Biden durch die Sanktionierung chinesischer Unternehmen fortgesetzt. US-ExportbeschrĂ€nkungen nach China sowie Verbote von Investments in chinesische Unternehmen betreffen vor allem sensible Technologien, die unter anderem auch militĂ€risch eingesetzt werden könnten. Dazu zĂ€hlen etwa Quantencomputer, komplexe und leistungsstarke Chips sowie Technologien, die im Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz Verwendung finden. China reagierte darauf u. a. mit Exportrestriktionen fĂŒr seltene Erden, die fĂŒr den Tech-Sektor unersetzbar sind und fast ausschlieĂlich in China gewonnen werden.
ZusĂ€tzliche Unsicherheit entsteht durch den Konflikt um Taiwan, auf das China AnsprĂŒche erhebt und mit dem es eine âWiedervereinigungâ anstrebt. Taiwan gilt als strategischer StĂŒtzpunkt fĂŒr den globalen Handel und den weltweiten Schiffsverkehr und nimmt auch in ökonomischer Hinsicht durch die Produktion und Entwicklung komplexer Technologien eine wichtige Rolle ein. Durch den Sieg der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei bei den PrĂ€sidentschaftswahlen in Taiwan Mitte Januar wurde die demokratische, US-freundliche Ausrichtung Taiwans zwar unterstĂŒtzt, das KrĂ€ftemessen zwischen den USA und China geht jedoch weiter. Der Ausbau militĂ€rischer StĂŒtzpunkte durch China im SĂŒdchinesischen Meer und durch die USA entlang der ersten Inselkette, die Japan mit Taiwan und den Philippinen verbindet, fĂŒhrt zu Konfliktpotenzial (siehe Grafik). Im Gegenzug haben sich die USA den Zugang zu weiteren MilitĂ€rstĂŒtzpunkten auf den Philippinen gesichert. Die im November dieses Jahres anstehenden US-Wahlen bergen zusĂ€tzliche Unsicherheit in Bezug darauf, wie sich die Beziehungen zwischen den USA und China entwickeln werden. Auch wenn wir in der BTV nicht von einer Eskalation des Konflikts ausgehen, bleibt Geopolitik ein Thema, das uns 2024 stark beschĂ€ftigen wird und zwischenzeitlich auch immer wieder Einfluss auf die FinanzmĂ€rkte nehmen kann.
Taiwan hat eine wichtige strategische und ökonomische Rolle inne


Quelle: BTV; Stand 16.01.2024.
Aktien: Nach Jahresendrallye â weiteres Kurspotenzial durch Gewinnwachstum
Nach einer starken Jahresendrallye an den globalen AktienmĂ€rkten stellen sich viele Investor*innen dieselben Fragen: Ist der Markt zu weit gelaufen? Gibt es fĂŒr 2024 noch Potenzial? Der Aktienausblick der BTV ist fĂŒr 2024 leicht positiv, auch wenn verschiedene Unsicherheitsfaktoren durchgehende Kursanstiege verhindern dĂŒrften.
<p>Die âRisk onâ-Stimmung in den letzten beiden Monaten des Jahres hob die Kursgewinne im Jahr 2023 auf ein neues Niveau an (siehe Grafik). Der US-Leitindex S&P 500 legte alleine im November und Dezember um 14,1 % zu und erzielte damit eine Jahresperformance von 26,3 %. Dem breiten europĂ€ischen Aktienindex STOXX 600 verhalf erst die Jahresendrallye zu einer zweistelligen positiven Performance, die schlieĂlich 16,6 % ausmachte. Stark abgestrafte Titel von klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen konnten zu Jahresende aufholen und sich im Vergleich zu den sogenannten Blue Chips sogar besser entwickeln. Zu verdanken ist diese Entwicklung den Zinssenkungsspekulationen der Marktteilnehmer* innen und dem damit tieferen Renditeniveau an den globalen AnleihemĂ€rkten. Aktieninvestor*innen fragen sich damit zurecht, was das Jahr 2024 mit sich bringen wird.</p> <h4>Jahresendrallye an den AktienmĂ€rkten</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47045" src="/app/uploads/2024/01/Jahresendrallye_Aktienmaerkte.png" alt="Jahresendrallye an den AktienmĂ€rkten" width="300" height="384" srcset="/app/uploads/2024/01/Jahresendrallye_Aktienmaerkte.png 812w, /app/uploads/2024/01/Jahresendrallye_Aktienmaerkte-375x480.png 375w, /app/uploads/2024/01/Jahresendrallye_Aktienmaerkte-768x983.png 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.<br /> Wertentwicklungen der Vergangenheit bieten keine GewĂ€hr fĂŒr kĂŒnftige Ereignisse oder Wertentwicklungen. Wenn Finanzinstrumente in fremder WĂ€hrung notieren, kann infolge von WĂ€hrungsschwankungen die Rendite steigen oder fallen.</span></p>
Die âRisk onâ-Stimmung in den letzten beiden Monaten des Jahres hob die Kursgewinne im Jahr 2023 auf ein neues Niveau an (siehe Grafik). Der US-Leitindex S&P 500 legte alleine im November und Dezember um 14,1 % zu und erzielte damit eine Jahresperformance von 26,3 %. Dem breiten europĂ€ischen Aktienindex STOXX 600 verhalf erst die Jahresendrallye zu einer zweistelligen positiven Performance, die schlieĂlich 16,6 % ausmachte. Stark abgestrafte Titel von klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen konnten zu Jahresende aufholen und sich im Vergleich zu den sogenannten Blue Chips sogar besser entwickeln. Zu verdanken ist diese Entwicklung den Zinssenkungsspekulationen der Marktteilnehmer* innen und dem damit tieferen Renditeniveau an den globalen AnleihemĂ€rkten. Aktieninvestor*innen fragen sich damit zurecht, was das Jahr 2024 mit sich bringen wird.
Jahresendrallye an den AktienmÀrkten

Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.
Wertentwicklungen der Vergangenheit bieten keine GewĂ€hr fĂŒr kĂŒnftige Ereignisse oder Wertentwicklungen. Wenn Finanzinstrumente in fremder WĂ€hrung notieren, kann infolge von WĂ€hrungsschwankungen die Rendite steigen oder fallen.<p>In der BTV gehen wir davon aus, dass auch das Jahr 2024 keine EinbahnstraĂe fĂŒr die AktienmĂ€rkte darstellen wird und immer wieder mit erhöhter VolatilitĂ€t zu rechnen ist. Unsicherheitsfaktoren wie die Geldpolitik der Notenbanken, die US-Wahlen sowie die Geopolitik können die Kursentwicklung zwischenzeitlich immer wieder belasten. Dass nach der Jahresendrallye Korrekturpotenzial besteht, ist nicht von der Hand zu weisen, vor allem aufgrund der hohen, mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits ĂŒberzogenen Zinssenkungserwartungen an die Notenbanken. Im Gesamtjahr 2024 erwarten wir in der BTV allerdings Kursgewinne an den AktienmĂ€rkten. Solide aufgestellte Unternehmen in Kombination mit kaufkrĂ€ftigen Konsument*innen sollten die Unternehmensgewinne 2024 wieder ansteigen lassen, nachdem sich diese in den USA und der Eurozone 2023 kaum verĂ€ndert zeigten (siehe Grafik). ProduktivitĂ€tszugewinne durch den verstĂ€rkten Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz haben das gröĂte Potenzial, die Gewinnaussichten und damit die Kursentwicklung an den AktienmĂ€rkten zu verbessern. In der BTV sowie auch im BTV Asset Management setzen wir weiterhin auf Aktien von QualitĂ€tsunternehmen mit einem soliden GeschĂ€ftsmodell, einer geringen Verschuldung sowie bestĂ€ndigen Margen. Als essenziell beurteilen wir aktuell auĂerdem ein gut diversifiziertes Aktienportfolio, das nicht nur sektoral, sondern auch regional breit aufgestellt ist.</p> <h4>Positive Gewinnwachstumserwartungen 2024 fĂŒr USA und Europa</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47046" src="/app/uploads/2024/01/Gewinnwachstumserwartunge_USA_Europa.png" alt="Positive Gewinnwachstumserwartungen 2024 fĂŒr USA und Europa" width="300" height="368" srcset="/app/uploads/2024/01/Gewinnwachstumserwartunge_USA_Europa.png 808w, /app/uploads/2024/01/Gewinnwachstumserwartunge_USA_Europa-375x459.png 375w, /app/uploads/2024/01/Gewinnwachstumserwartunge_USA_Europa-768x941.png 768w, /app/uploads/2024/01/Gewinnwachstumserwartunge_USA_Europa-390x478.png 390w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.<br /> Bei Prognosen und SchĂ€tzungen ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung handelt es sich lediglich um unverbindliche Werte. Von diesen kann nicht auf die tatsĂ€chliche kĂŒnftige Wertentwicklung geschlossen werden, weil zukĂŒnftige Entwicklungen des Kapitalmarktes nicht im Voraus zu bestimmen sind.</span></p>
In der BTV gehen wir davon aus, dass auch das Jahr 2024 keine EinbahnstraĂe fĂŒr die AktienmĂ€rkte darstellen wird und immer wieder mit erhöhter VolatilitĂ€t zu rechnen ist. Unsicherheitsfaktoren wie die Geldpolitik der Notenbanken, die US-Wahlen sowie die Geopolitik können die Kursentwicklung zwischenzeitlich immer wieder belasten. Dass nach der Jahresendrallye Korrekturpotenzial besteht, ist nicht von der Hand zu weisen, vor allem aufgrund der hohen, mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits ĂŒberzogenen Zinssenkungserwartungen an die Notenbanken. Im Gesamtjahr 2024 erwarten wir in der BTV allerdings Kursgewinne an den AktienmĂ€rkten. Solide aufgestellte Unternehmen in Kombination mit kaufkrĂ€ftigen Konsument*innen sollten die Unternehmensgewinne 2024 wieder ansteigen lassen, nachdem sich diese in den USA und der Eurozone 2023 kaum verĂ€ndert zeigten (siehe Grafik). ProduktivitĂ€tszugewinne durch den verstĂ€rkten Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz haben das gröĂte Potenzial, die Gewinnaussichten und damit die Kursentwicklung an den AktienmĂ€rkten zu verbessern. In der BTV sowie auch im BTV Asset Management setzen wir weiterhin auf Aktien von QualitĂ€tsunternehmen mit einem soliden GeschĂ€ftsmodell, einer geringen Verschuldung sowie bestĂ€ndigen Margen. Als essenziell beurteilen wir aktuell auĂerdem ein gut diversifiziertes Aktienportfolio, das nicht nur sektoral, sondern auch regional breit aufgestellt ist.
Positive Gewinnwachstumserwartungen 2024 fĂŒr USA und Europa

Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.
Bei Prognosen und SchĂ€tzungen ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung handelt es sich lediglich um unverbindliche Werte. Von diesen kann nicht auf die tatsĂ€chliche kĂŒnftige Wertentwicklung geschlossen werden, weil zukĂŒnftige Entwicklungen des Kapitalmarktes nicht im Voraus zu bestimmen sind.
Anleihen: 2024 als Wendejahr fĂŒr die Zinspolitik
Nach den rasanten Zinserhöhungen in den vergangenen beiden Jahren durch die Notenbanken Fed und EZB stellen sich Marktakteur*innen bereits die Frage, wann es zu den ersten Zinssenkungen kommen wird. Die Erwartungen an die Notenbanken sind hoch, nach BTV EinschÀtzung zu hoch.
<p>Kaum sind die Zinshochs der Notenbanken Fed und EZB erreicht, wird am Markt bereits auf hohe Leitzinssenkungen spekuliert. Bis Ende 2024 waren Mitte JĂ€nner 150 Basispunkte an Zinssenkungen in den USA bzw. 160 Basispunkte in der Eurozone eingepreist. Eine rĂŒcklĂ€ufige Wachstumsdynamik sowie abnehmende Inflationszahlen haben diese Erwartungen zuletzt befeuert. Die Frage stellt sich nun, ob die Notenbanken ihre restriktive Geldpolitik tatsĂ€chlich so zĂŒgig und in diesem AusmaĂ lockern, wenn eine Rezession ausbleibt und die Inflation nur noch langsam auf ihren Zielwert von 2,0 % zurĂŒckgeht. Nicht vergessen werden darf jedoch, dass, selbst wenn die Notenbanken die Leitzinsen auf 3,50 % bis 4,00 % in den USA bzw. auf 2,9 % in der Eurozone senken wĂŒrden, die geldpolitische Ausrichtung nach wie vor im restriktiven Bereich bleibt. Das heiĂt, das aktuell erwartete deutlich tiefere Leitzinsniveau wĂŒrde weiter wachstumshemmend auf die Konjunkturentwicklung wirken. In der BTV gehen wir davon aus, dass die Notenbanken das Leitzinsniveau zwischen 100 und 125 Basispunkten spĂŒrbar senken werden, um die Wirtschaftsleistung nicht zu stark zu belasten, die Markterwartungen damit aber dennoch ĂŒbertrieben sind. Aufgrund des schwĂ€cheren Wirtschaftswachstums in der Eurozone werden mehr Zinsschritte durch die EZB als durch die Fed erwartet.</p>
Kaum sind die Zinshochs der Notenbanken Fed und EZB erreicht, wird am Markt bereits auf hohe Leitzinssenkungen spekuliert. Bis Ende 2024 waren Mitte JĂ€nner 150 Basispunkte an Zinssenkungen in den USA bzw. 160 Basispunkte in der Eurozone eingepreist. Eine rĂŒcklĂ€ufige Wachstumsdynamik sowie abnehmende Inflationszahlen haben diese Erwartungen zuletzt befeuert. Die Frage stellt sich nun, ob die Notenbanken ihre restriktive Geldpolitik tatsĂ€chlich so zĂŒgig und in diesem AusmaĂ lockern, wenn eine Rezession ausbleibt und die Inflation nur noch langsam auf ihren Zielwert von 2,0 % zurĂŒckgeht. Nicht vergessen werden darf jedoch, dass, selbst wenn die Notenbanken die Leitzinsen auf 3,50 % bis 4,00 % in den USA bzw. auf 2,9 % in der Eurozone senken wĂŒrden, die geldpolitische Ausrichtung nach wie vor im restriktiven Bereich bleibt. Das heiĂt, das aktuell erwartete deutlich tiefere Leitzinsniveau wĂŒrde weiter wachstumshemmend auf die Konjunkturentwicklung wirken. In der BTV gehen wir davon aus, dass die Notenbanken das Leitzinsniveau zwischen 100 und 125 Basispunkten spĂŒrbar senken werden, um die Wirtschaftsleistung nicht zu stark zu belasten, die Markterwartungen damit aber dennoch ĂŒbertrieben sind. Aufgrund des schwĂ€cheren Wirtschaftswachstums in der Eurozone werden mehr Zinsschritte durch die EZB als durch die Fed erwartet.
<p>Zu Jahresende lieĂ sich an den globalen RentenmĂ€rkten eine Rallye beobachten, die sich fĂŒr den GroĂteil der Kursgewinne in 2023 verantwortlich zeigte. Der Grund hierfĂŒr waren die gestiegenen Zinssenkungserwartungen an den MĂ€rkten, wodurch es auch zu fallenden Anleiherenditen kam. Wie schnell sich Markterwartungen Ă€ndern können, zeigte sich zu Anfang des Jahres 2024, als es plötzlich durch abnehmende Zinssenkungserwartungen zu einer Gegenbewegung, das bedeutet zu steigenden Anleiherenditen kam. Dieses Beispiel zeigt sehr eindrĂŒcklich, dass auch in diesem Jahr die Geldpolitik der groĂen Notenbanken der gröĂte Einflussfaktor an den RentenmĂ€rkten bleiben dĂŒrfte. Das bedeutet aber auch, dass uns die höhere VolatilitĂ€t im Anleihesegment vermutlich erhalten bleiben wird. Wie in der Grafik ersichtlich, begleitet uns diese schon seit Anfang 2022. Weiterhin positiv fĂŒr Anleiheinvestor* innen ist sicherlich die Tatsache, dass das aktuell höhere Zinsniveau ĂŒber höhere Kuponzahlungen Kursschwankungen bis zu einem gewissen AusmaĂ kompensieren kann. In der BTV sehen wir daher das Anleihesegment weiterhin als attraktive Anlageklasse und bevorzugen lĂ€ngere Laufzeiten.</p> <h4>VolatilitĂ€t an den AnleihemĂ€rkten wird erhöht bleiben</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47048" src="/app/uploads/2024/01/Anleihemarkt_Volatilitaet.png" alt="VolatilitĂ€t an den AnleihemĂ€rkten wird erhöht bleiben" width="300" height="343" srcset="/app/uploads/2024/01/Anleihemarkt_Volatilitaet.png 910w, /app/uploads/2024/01/Anleihemarkt_Volatilitaet-375x428.png 375w, /app/uploads/2024/01/Anleihemarkt_Volatilitaet-768x877.png 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.</span></p>
Zu Jahresende lieĂ sich an den globalen RentenmĂ€rkten eine Rallye beobachten, die sich fĂŒr den GroĂteil der Kursgewinne in 2023 verantwortlich zeigte. Der Grund hierfĂŒr waren die gestiegenen Zinssenkungserwartungen an den MĂ€rkten, wodurch es auch zu fallenden Anleiherenditen kam. Wie schnell sich Markterwartungen Ă€ndern können, zeigte sich zu Anfang des Jahres 2024, als es plötzlich durch abnehmende Zinssenkungserwartungen zu einer Gegenbewegung, das bedeutet zu steigenden Anleiherenditen kam. Dieses Beispiel zeigt sehr eindrĂŒcklich, dass auch in diesem Jahr die Geldpolitik der groĂen Notenbanken der gröĂte Einflussfaktor an den RentenmĂ€rkten bleiben dĂŒrfte. Das bedeutet aber auch, dass uns die höhere VolatilitĂ€t im Anleihesegment vermutlich erhalten bleiben wird. Wie in der Grafik ersichtlich, begleitet uns diese schon seit Anfang 2022. Weiterhin positiv fĂŒr Anleiheinvestor* innen ist sicherlich die Tatsache, dass das aktuell höhere Zinsniveau ĂŒber höhere Kuponzahlungen Kursschwankungen bis zu einem gewissen AusmaĂ kompensieren kann. In der BTV sehen wir daher das Anleihesegment weiterhin als attraktive Anlageklasse und bevorzugen lĂ€ngere Laufzeiten.
VolatilitÀt an den AnleihemÀrkten wird erhöht bleiben

Quelle: Bloomberg; Stand 16.01.2024.
Rohstoffe: Ălpreis von Geopolitik unbeeindruckt
Der Ălpreis gilt als sehr volatil, kurzfristige Schwankungen von 10 % oder 20 % sind nichts Ungewöhnliches. Erstaunlich scheint es deshalb, dass dieser bisher kaum auf die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten reagierte, obwohl ein GroĂteil des globalen Ălangebots dort gefördert wird. Andere entscheidende Faktoren standen bisher im Vordergrund.
<p>Die Huthi-Rebellen sind eine militante Bewegung, die ursprĂŒnglich aus dem Nordwesten Jemens kommt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden von den Huthi mehrfach AufstĂ€nde gegen die sunnitische FĂŒhrung in der Hauptstadt Sanaa angezettelt, das Land befindet sich sozusagen dauerhaft im BĂŒrgerkrieg. 2014 marschierten die Rebellen von ihrer Hochburg im Norden Jemens nach SĂŒden und nahmen die Hauptstadt Sanaa ein, ihr erklĂ€rtes Ziel ist es aber, den gesamten Jemen zu regieren. Die Gesinnung der Huthi gilt als antiwestlich sowie antiisraelisch. MilitĂ€rexpert*innen zufolge kommen die Huthi auf etwa 180.000 bis 200.000 bewaffnete KĂ€mpfer. Sie verfĂŒgen ĂŒber ein umfassendes Waffenarsenal und werden vor allem vom Iran und der Hisbollah im Libanon unterstĂŒtzt.</p> <h4>Jemen auf der Arabischen Halbinsel</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47332" src="/app/uploads/2024/01/map_arabische_Halbinsel.png" alt="Jemen auf der Arabischen Halbinsel" width="500" height="361" srcset="/app/uploads/2024/01/map_arabische_Halbinsel.png 1063w, /app/uploads/2024/01/map_arabische_Halbinsel-375x271.png 375w, /app/uploads/2024/01/map_arabische_Halbinsel-768x555.png 768w, /app/uploads/2024/01/map_arabische_Halbinsel-1024x740.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: BTV; Stand 16.01.2024.</span></p>
Die Huthi-Rebellen sind eine militante Bewegung, die ursprĂŒnglich aus dem Nordwesten Jemens kommt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden von den Huthi mehrfach AufstĂ€nde gegen die sunnitische FĂŒhrung in der Hauptstadt Sanaa angezettelt, das Land befindet sich sozusagen dauerhaft im BĂŒrgerkrieg. 2014 marschierten die Rebellen von ihrer Hochburg im Norden Jemens nach SĂŒden und nahmen die Hauptstadt Sanaa ein, ihr erklĂ€rtes Ziel ist es aber, den gesamten Jemen zu regieren. Die Gesinnung der Huthi gilt als antiwestlich sowie antiisraelisch. MilitĂ€rexpert*innen zufolge kommen die Huthi auf etwa 180.000 bis 200.000 bewaffnete KĂ€mpfer. Sie verfĂŒgen ĂŒber ein umfassendes Waffenarsenal und werden vor allem vom Iran und der Hisbollah im Libanon unterstĂŒtzt.
Jemen auf der Arabischen Halbinsel

Quelle: BTV; Stand 16.01.2024.
<p>Im Gaza-Krieg solidarisieren sich die Huthi â genau wie ihr UnterstĂŒtzer Iran â mit der Terrororganisation Hamas und den PalĂ€stinenser* innen. Nach der jĂŒngsten Eskalation, als die Hamas aus dem Gazastreifen in Israel eingefallen ist und Israel mit einem Vergeltungsschlag reagiert hat, haben die Huthi jedes Schiff, das israelische HĂ€fen ansteuert oder von dort ablegt â ausgenommen jene, die HilfsgĂŒter fĂŒr die PalĂ€stinenser*innen in Gaza transportieren â zum möglichen Ziel erklĂ€rt. Vor allem im Roten Meer wurden zuletzt vermehrt Schiffsangriffe durch Huthi-Rebellen gestartet. Mitte Januar attackierten die USA als Folge dieser Angriffe gemeinsam mit GroĂbritannien mehrere Huthi-Stellungen, der gröĂte militĂ€rische Gegenschlag seit zehn Jahren.</p>
Im Gaza-Krieg solidarisieren sich die Huthi â genau wie ihr UnterstĂŒtzer Iran â mit der Terrororganisation Hamas und den PalĂ€stinenser* innen. Nach der jĂŒngsten Eskalation, als die Hamas aus dem Gazastreifen in Israel eingefallen ist und Israel mit einem Vergeltungsschlag reagiert hat, haben die Huthi jedes Schiff, das israelische HĂ€fen ansteuert oder von dort ablegt â ausgenommen jene, die HilfsgĂŒter fĂŒr die PalĂ€stinenser*innen in Gaza transportieren â zum möglichen Ziel erklĂ€rt. Vor allem im Roten Meer wurden zuletzt vermehrt Schiffsangriffe durch Huthi-Rebellen gestartet. Mitte Januar attackierten die USA als Folge dieser Angriffe gemeinsam mit GroĂbritannien mehrere Huthi-Stellungen, der gröĂte militĂ€rische Gegenschlag seit zehn Jahren.
<p>Angesichts des Förderanteils, den der Nahe Osten zum globalen Ălangebot beitrĂ€gt, hat der Ălpreis bisher nur moderat auf die Auseinandersetzungen reagiert. WirtschaftsschwĂ€che und abnehmende Ălnachfrage in den kommenden Monaten standen bisher im Vordergrund. FĂŒr den Ălpreis wĂ€re das gröĂte Risiko auch nicht eine Blockade im Roten Meer, sondern eine der StraĂe von Hormus.</p> <p>Der Persische Golf wird mit dem Golf von Oman durch die StraĂe von Hormus verbunden (siehe Grafik). Durch diese Meerenge werden tĂ€glich rund 20 % des weltweiten Ălangebots transportiert. WĂŒrde der Iran, der sowohl die Huthi-Rebellen als auch die Hamas unterstĂŒtzt, diese StraĂe blockieren bzw. dort Ăltanker und Handelsschiffe angreifen, könnte das den Ălpreis in ungeahnte Höhen treiben. Die groĂen Ălfördernationen Iran, Irak, Kuwait und Katar, die gemeinsam tĂ€glich 10,5 Mio. Barrel Ăl produzieren (= knapp 10 % des weltweiten tĂ€glichen Angebots), haben nur diesen Weg, um ihr Ăl zu exportieren. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die gemeinsam weitere 12 Mio. Barrel pro Tag fördern, können theoretisch ausweichen, benutzen aber ebenfalls die StraĂe von Hormus.</p>
Angesichts des Förderanteils, den der Nahe Osten zum globalen Ălangebot beitrĂ€gt, hat der Ălpreis bisher nur moderat auf die Auseinandersetzungen reagiert. WirtschaftsschwĂ€che und abnehmende Ălnachfrage in den kommenden Monaten standen bisher im Vordergrund. FĂŒr den Ălpreis wĂ€re das gröĂte Risiko auch nicht eine Blockade im Roten Meer, sondern eine der StraĂe von Hormus.
Der Persische Golf wird mit dem Golf von Oman durch die StraĂe von Hormus verbunden (siehe Grafik). Durch diese Meerenge werden tĂ€glich rund 20 % des weltweiten Ălangebots transportiert. WĂŒrde der Iran, der sowohl die Huthi-Rebellen als auch die Hamas unterstĂŒtzt, diese StraĂe blockieren bzw. dort Ăltanker und Handelsschiffe angreifen, könnte das den Ălpreis in ungeahnte Höhen treiben. Die groĂen Ălfördernationen Iran, Irak, Kuwait und Katar, die gemeinsam tĂ€glich 10,5 Mio. Barrel Ăl produzieren (= knapp 10 % des weltweiten tĂ€glichen Angebots), haben nur diesen Weg, um ihr Ăl zu exportieren. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die gemeinsam weitere 12 Mio. Barrel pro Tag fördern, können theoretisch ausweichen, benutzen aber ebenfalls die StraĂe von Hormus.
<p>Laut einem berechneten Szenario der Weltbank wĂŒrde im Falle einer Eskalation des Kriegs im Nahen Osten das globale Ălangebot um sechs bis acht Mio. Barrel pro Tag fallen, was vergleichbar wĂ€re mit der arabischen Ălblockade wĂ€hrend des Jom-Kippur- Kriegs 1973. Die Ălpreise wĂŒrden in diesem Fall Ă€hnlich wie damals um 56â75 % und somit auf bis zu 150 US-Dollar pro Barrel ansteigen. Hierbei handelt es sich aber um ein Worst-Case- Szenario, das als Ă€uĂerst unwahrscheinlich gilt. Nicht zuletzt deshalb, weil auch der Iran diesen Seeweg benötigt, um sein Ăl zu exportieren, und im Falle einer Blockade drastische EinbuĂen erleiden wĂŒrde. In der BTV erwarten wir keine dahingehende Eskalation, die das Ălangebot drastisch einschrĂ€nken wĂŒrde. Die VolatilitĂ€t des Ălpreises ist generell hoch im Vergleich zu anderen Assetklassen und kann durch die Ereignisse im Nahen Osten immer wieder ansteigen. Ăhnlich dem Basisszenario der Weltbank erwarten wir aber, dass abnehmende WirtschaftsaktivitĂ€t und eine schwĂ€chere Ălnachfrage im Vordergrund stehen und den Ălpreis in den kommenden Monaten belasten werden.</p> <h4>Nachfragesorgen drĂ€ngen den Konflikt in den Hintergrund</h4> <p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-47050" src="/app/uploads/2024/01/Nachfragesorgen_Oel.png" alt="Nachfragesorgen drĂ€ngen den Konflikt in den Hintergrund" width="300" height="342" srcset="/app/uploads/2024/01/Nachfragesorgen_Oel.png 911w, /app/uploads/2024/01/Nachfragesorgen_Oel-375x428.png 375w, /app/uploads/2024/01/Nachfragesorgen_Oel-768x876.png 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p> <p><span style="font-size: 12px;">Quelle: BTV; Stand 16.01.2024.<br /> Wertentwicklungen der Vergangenheit bieten keine GewĂ€hr fĂŒr kĂŒnftige Ereignisse oder Wertentwicklungen. Wenn Finanzinstrumente in fremder WĂ€hrung notieren, kann infolge von WĂ€hrungsschwankungen die Rendite steigen oder fallen. Bei Prognosen und SchĂ€tzungen ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung handelt es sich lediglich um unverbindliche Werte. Von diesen kann nicht auf die tatsĂ€chliche kĂŒnftige Wertentwicklung geschlossen werden, weil zukĂŒnftige Entwicklungen des Kapitalmarktes nicht im Voraus zu bestimmen sind.</span></p>
Laut einem berechneten Szenario der Weltbank wĂŒrde im Falle einer Eskalation des Kriegs im Nahen Osten das globale Ălangebot um sechs bis acht Mio. Barrel pro Tag fallen, was vergleichbar wĂ€re mit der arabischen Ălblockade wĂ€hrend des Jom-Kippur- Kriegs 1973. Die Ălpreise wĂŒrden in diesem Fall Ă€hnlich wie damals um 56â75 % und somit auf bis zu 150 US-Dollar pro Barrel ansteigen. Hierbei handelt es sich aber um ein Worst-Case- Szenario, das als Ă€uĂerst unwahrscheinlich gilt. Nicht zuletzt deshalb, weil auch der Iran diesen Seeweg benötigt, um sein Ăl zu exportieren, und im Falle einer Blockade drastische EinbuĂen erleiden wĂŒrde. In der BTV erwarten wir keine dahingehende Eskalation, die das Ălangebot drastisch einschrĂ€nken wĂŒrde. Die VolatilitĂ€t des Ălpreises ist generell hoch im Vergleich zu anderen Assetklassen und kann durch die Ereignisse im Nahen Osten immer wieder ansteigen. Ăhnlich dem Basisszenario der Weltbank erwarten wir aber, dass abnehmende WirtschaftsaktivitĂ€t und eine schwĂ€chere Ălnachfrage im Vordergrund stehen und den Ălpreis in den kommenden Monaten belasten werden.
Nachfragesorgen drÀngen den Konflikt in den Hintergrund

Quelle: BTV; Stand 16.01.2024.
Wertentwicklungen der Vergangenheit bieten keine GewĂ€hr fĂŒr kĂŒnftige Ereignisse oder Wertentwicklungen. Wenn Finanzinstrumente in fremder WĂ€hrung notieren, kann infolge von WĂ€hrungsschwankungen die Rendite steigen oder fallen. Bei Prognosen und SchĂ€tzungen ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung handelt es sich lediglich um unverbindliche Werte. Von diesen kann nicht auf die tatsĂ€chliche kĂŒnftige Wertentwicklung geschlossen werden, weil zukĂŒnftige Entwicklungen des Kapitalmarktes nicht im Voraus zu bestimmen sind.
Die in diesem Beitrag verwendeten Fach- und Finanzbegriffe werden im folgenden Link ausfĂŒhrlich erklĂ€rt: Glossar.
Die BeitrĂ€ge in dieser Publikation dienen lediglich der Information. Die BTV prĂŒft ihr Informationsangebot sorgfĂ€ltig. Dennoch bitten wir um VerstĂ€ndnis, dass wir diese Informationen ohne GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit, VollstĂ€ndigkeit und AktualitĂ€t zur VerfĂŒgung stellen. Verleger und Verfasser behalten sich einen Irrtum, insbesondere in Bezug auf Kurse und andere Zahlenangaben, ausdrĂŒcklich vor. Durch neue Entwicklungen oder kurzfristige Ănderungen können diese Informationen daher bereits ĂŒberholt sein. Bei Prognosen und SchĂ€tzungen ĂŒber die zukĂŒnftige Entwicklung handelt es sich lediglich um unverbindliche Werte. Von diesen kann nicht auf die tatsĂ€chliche kĂŒnftige Wertentwicklung geschlossen werden, weil zukĂŒnftige Entwicklungen des Kapitalmarktes nicht im Voraus zu bestimmen sind. Bei diesen Informationen handelt es sich um keine individuelle Anlageempfehlung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Bitte beachte Sie, dass ein Investment mit Risiken verbunden ist. Stand: JĂ€nner 2024
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