Immobilienfinanzierung
Mit der Finanzierung Ihrer Wunschimmobilie erfüllen Sie sich den Traum vom Eigenheim und tätigen gleichzeitig eine wertvolle Investition für die Zukunft.

In den Jahren vor 2022 stiegen die Immobilienpreise deutlich an. Zwischen 2022 und 2024 führten die hohe Inflation und die daraus resultierenden Zinserhöhungen zu einem Nachfragerückgang, der eine leichte Marktanpassung zur Folge hatte. Gleichzeitig verbesserten sich die Einkommen überdurchschnittlich, wodurch sich die Leistbarkeit von Immobilien im selben Zeitraum leicht erhöhte. Im Rahmen des BTV Expertengesprächs analysiert Mario Scherl die Preisentwicklung des vergangenen Jahres, ordnet die ersten Daten aus 2026 ein und wirft einen Blick auf die aktuelle Entwicklung der Kreditnachfrage.
Der Markt hat wieder eine positive Dynamik entwickelt: Im Jahr 2025 erhöhten sich die Immobilienpreise in Österreich durchschnittlich um 2,1 %. Besonders in urbanen Regionen fiel der Preisanstieg deutlich stärker aus – so lag die Preissteigerung in Wien bei 2,9 %, während im übrigen Bundesgebiet lediglich ein Zuwachs von 1,6 % verzeichnet wurde.
Stellt man diese Entwicklung jedoch der für 2025 ausgewiesenen Inflationsrate von 3,6 % gegenüber, zeigt sich, dass die Immobilienpreise inflationsbereinigt tatsächlich erneut gesunken sind.
Bei Neubauwohnungen spielen neben dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage insbesondere die gestiegenen Baukosten eine zentrale Rolle für die Preisentwicklung. Selbst während der Leitzinserhöhungen zwischen Ende 2022 und dem ersten Halbjahr 2024 war bei Neubauwohnungen de facto kein Preisrückgang zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu wirkten sich die Leitzinsänderungen auf gebrauchte Immobilien deutlich stärker aus: So kam es im selben Zeitraum beispielsweise in Wien bei Bestandsobjekten zu einem Preisrückgang von 9,4 %. Zusammenfassend bedeutet das: Während Neubauwohnungen trotz steigender Zinsen aufgrund hoher Baukosten weitgehend preisstabil blieben, reagierten Bestandsimmobilien deutlich sensibler mit Preisrückgängen, bevor 2025 in beiden Segmenten wieder Preissteigerungen einsetzten.
Auch die Grundstückspreise sind im vergangenen Jahr zwar nominell gestiegen, die Zuwächse lagen jedoch unterhalb der Inflationsrate. Das seit Jahren bekannte Ost-West-Gefälle bleibt weiterhin bestehen: In Österreich liegen die Grundstückspreise in den westlichen Bundesländern wie Vorarlberg oder Tirol nach wie vor deutlich über jenen in südöstlichen Regionen wie dem Burgenland oder der Steiermark. Während sich die durchschnittlichen Grundstückspreise von Vorarlberg bis Salzburg auf 450,00 bis 520,00 Euro pro m² Bauland belaufen, liegt der Quadratmeterpreis in Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland knapp unter 100,00 Euro. In der Bundeshauptstadt Wien kam es im Jahr 2026 zu einem Preisrückgang, wobei der durchschnittliche Preis für Bauland weiterhin über 1.200,00 Euro pro Quadratmeter liegt.
„Die Nachfrage nach Krediten hat sich zuletzt spürbar erhöht.“
Immobilien werden häufig zur Eigennutzung erworben. Der Teil des Kaufpreises bzw. der Baukosten, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist, wird in der Regel über eine Wohnbaufinanzierung aufgebracht. Bei dieser Finanzierungsform ist die Leistbarkeit der zentrale Faktor – maßgeblich beeinflusst durch die zu zahlenden Zinsen. Zinsänderungen wirken sich somit direkt auf die finanzielle Tragbarkeit aus, beeinflussen die Kreditnachfrage und prägen in weiterer Folge die Entwicklung der Immobilienpreise.
Auch hier beeinflusst das Zinsniveau die Attraktivität entsprechender Investitionsmodelle. Je geringer die Zinsen, desto günstiger wird die Finanzierung – und desto höher fällt die Immobilienrendite aus. Damit steigt bei günstigen Finanzierungsbedingungen die Attraktivität solcher Investitionen für Investor*innen.
Seit dem zweiten Halbjahr 2025 ist das Interesse an Wohnimmobilienkrediten wieder gestiegen. Hauptgrund dafür ist aus meiner Sicht das gesunkene Zinsniveau. Gleichzeitig hat sich auch die tatsächliche Vergabe neuer Kredite kräftig erholt: 2025 wurden in Österreich fast 50 % mehr Neukredite vergeben als noch im Jahr 2024. Trotz dieser Entwicklung liegt das aktuelle Niveau weiterhin unter dem der sogenannten Boomjahre vor 2022.
Zumindest im ersten Quartal 2026 führte die positive Dynamik zu etwas rascher steigenden Preisen – konkret erhöhten sich die Preise in den ersten drei Monaten um 1 % im Vergleich zu Dezember 2025. Für das Jahr 2026 rechne ich mit moderat steigenden Preisen, die leicht über der Inflationsrate liegen dürften.
Die Beiträge in dieser Publikation dienen lediglich der Information. Die BTV prüft ihr Informationsangebot sorgfältig. Dennoch bitten wir um Verständnis, dass wir diese Informationen ohne Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit zur Verfügung stellen. Beachten Sie bitte, dass Einschätzungen und Bewertungen die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt der Erstellung bzw. der Ausarbeitung reflektieren und für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges keine Gewähr übernommen wird. Durch neue Entwicklungen oder kurzfristige Änderungen können die Informationen bereits überholt sein.