
Generationen & Altersdiversität
Mehrere Generationen arbeiten heute gemeinsam – oft mit unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Sichtweisen. Diese Vielfalt entsteht durch unterschiedliche berufliche Hintergründe, Lebensphasen und Prägungen.
Im Arbeitsalltag zeigt sich das beispielsweise darin, wie Menschen kommunizieren, zusammenarbeiten oder Veränderungen begegnen. Was für die eine Generation selbstverständlich ist, kann für eine andere neu oder ungewohnt sein.
Gleichzeitig bietet Altersdiversität ein großes Potenzial: Während erfahrene Mitarbeiter*innen ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Verständnis für Zusammenhänge einbringen, tragen jüngere Generationen häufig neue Perspektiven, frische Denkansätze und digitale Kompetenzen bei.
Wenn es gelingt, diese unterschiedlichen Stärken bewusst zu verbinden, entsteht ein wertvoller Austausch, von dem alle profitieren.
Typische Spannungsfelder:
Diese Unterschiede sind im ersten Moment herausfordernd, bieten aber gleichzeitig eine Chance für gegenseitiges Lernen.
Reverse Mentoring – was steckt dahinter?
Reverse Mentoring beschreibt einen bewusst gestalteten Austausch zwischen Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Generationen – jedoch mit einem besonderen Perspektivwechsel:
Anders als beim klassischen Mentoring geben hier auch jüngere Mitarbeiter*innen ihr Wissen und ihre Erfahrungen an erfahrenere Kolleg*innen weiter.
Dabei geht es weniger um Hierarchie, sondern um einen Lernprozess auf Augenhöhe, bei dem beide Seiten voneinander profitieren.
Wie funktioniert Reverse Mentoring konkret?
In der Praxis arbeiten zwei Personen über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig zusammen:
- Eine jüngere Person bringt z. B. Wissen zu digitalen Tools, neuen Arbeitsweisen oder aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ein
- Eine erfahrene Person bringt ihre Expertise, ihr Erfahrungswissen und ihr Verständnis für Zusammenhänge ein
Der Austausch ist dabei bewusst offen gestaltet:
- Gespräche auf Augenhöhe
- gegenseitige Fragen und Einblicke
- Lernen in beide Richtungen (auch wenn der Fokus initial „umgekehrt“ ist)
Was macht Reverse Mentoring so wertvoll?
Die BTV hat das Thema Generationenvielfalt bereits bewusst aufgenommen und schaffte Formate, die Austausch, Verständnis und Perspektivenvielfalt fördern.
- Mit unseren Generationenvideos sowie dem Generationen-Talk machen wir unterschiedliche Sichtweisen, Erfahrungen und Arbeitsverständnisse sichtbar. Mitarbeiter*innen verschiedener Generationen teilen ihre Perspektiven und geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Dadurch wird deutlich, wie vielfältig Erwartungen und Herangehensweisen sein können – und wo gleichzeitig Gemeinsamkeiten bestehen.
- Im Rahmen der BTV Diversity Week im Oktober 2025 wurde das Thema zusätzlich durch einen Impulsvortrag von Anastasia Barner aufgegriffen. Unter dem Titel
„Zwischen Faxgerät und TikTok – Gemeinsamkeiten erkennen & Unterschiede nutzen“ wurde aufgezeigt, wie generationenübergreifende Zusammenarbeit gelingen kann.
Im Fokus standen dabei:
- das Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und Arbeitsweisen
- das bewusste Nutzen von verschiedenen Erfahrungen und Kompetenzen
- die Chancen, die entstehen, wenn Generationen voneinander lernen
Wussten Sie schon?
- Generationenunterschiede werden oft als größer wahrgenommen, als sie tatsächlich sind. In vielen Fällen sind die Unterschiede innerhalb einer Generation größer als die Unterschiede zwischen den Generationen.
- Menschen unterscheiden sich vor allem durch ihre individuellen Erfahrungen, Persönlichkeiten und Lebenssituationen – nicht ausschließlich durch ihr Alter.
- Dennoch prägen bestimmte Zeiträume gesellschaftliche Entwicklungen, Technologien und Arbeitsweisen. Diese gemeinsamen Erfahrungen können beeinflussen, wie Menschen aufgewachsen sind, arbeiten oder Veränderungen begegnen.
- Ein bewusster Blick auf diese Zusammenhänge hilft, Zuschreibungen zu hinterfragen und den Fokus stärker auf den einzelnen Menschen zu richten – mit seinen Stärken, Erfahrungen und Perspektiven.