Sicherheit & Betrugsschutz
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Heuer im Frühjahr hat die Schweizer Bevölkerung in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit entschieden, dass der Schweizer Franken in die Verfassung aufgenommen wird. Dies geschieht in Form von zwei Sätzen: „Die schweizerische Währung ist der Franken. … Die Schweizerische Nationalbank gewährleistet die Bargeldversorgung.“
Die Zustimmung zum Bargeld – auch in Österreich und Deutschland – hat wenig mit Zukunftsverweigerung zu tun, dafür vielmehr mit einem diffusen Gefühl des schleichenden Kontrollverlusts. Jede Transaktion hinterlässt eine Datenspur im Netz und damit zumindest das theoretische Risiko unverhältnismäßiger Überwachung. Und: Menschen wollen sich gerne Optionen offen halten.
Dabei ist die Situation paradox. Die Debitkarte hat physisches Geld als meistverwendetes Zahlungsmittel abgelöst, die Nutzung von Bezahl-Apps steigt seit Jahren. Bargeld wird vor allem von älteren Personen und Haushalten mit geringeren Einkommen genutzt. Während früher große Scheine als Symbol für Wohlstand galten, sind sie heute aus dem Alltag nahezu verschwunden. Debitkarten, Bezahl-Apps und Online-Zahlungen sind alltagstauglich, sicher und transparent. Kleinstbeträge im Supermarkt können berührungslos abgebucht werden.
Die Bargeldinfrastruktur aufrecht zu erhalten, ist teuer. Transport und Aufbewahrung sind aufwändig und riskant. Trotzdem sind große Teile der Bevölkerung der Meinung, dass das Angebot von Bargeld auch in Zukunft sichergestellt werden soll. Auf Druck des Österreichischen Gemeindebundes errichtet die Österreichische Nationalbank (OeNB) derzeit bis zu 120 neue Bankomaten im ländlichen Raum, wo die Distanz zur nächsten Bankfiliale recht groß ist.
Selbst Schweden, bisher Vorreiter des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, plant aufgrund von Sicherheitsbedenken (Cyberangriffe, Krisenfestigkeit) eine teilweise Abkehr und will die Bargeldnutzung stärken. Die Regierung prüft Gesetze, die Geschäfte zur Annahme von Bargeld für essenzielle Güter wie Lebensmittel und Medikamente verpflichten, um die Infrastruktur zu erhalten.
Bargeld funktioniert jederzeit. Im Vergleich zu digitalen Zahlungsmitteln ist es nicht von einer technischen Infrastruktur abhängig. Es ist unabhängig vom Internet, der Stromversorgung oder Hardware-Ausstattung. Blackout und Cyberangriffe können ihm nichts anhaben. 2023 startete die Österreichische Nationalbank die Informationsinitiative „Bargeld für alle Fälle“. Sie soll Menschen dafür sensibilisieren, zur Krisenvorsorge auch kleine Mengen an Bargeld zu Hause aufzubewahren. Die OeNB empfiehlt, einen Betrag von 100 EUR pro Familienmitglied in kleinen Stückelungen an einem sicheren Ort zu verwahren.
Um Kindern im Vor- und Grundschulalter den Wert von Dingen zu vermitteln, ist wohl Bargeld das geeignete Medium. Das Kind muss Münzen und Scheine hergeben, um das Ersehnte zu bekommen. Auch Großeltern dürften mehr Aufmerksamkeit für ihre Geldgeschenke erhalten, wenn sie dem Kind einen Schein in die Hand drücken. In etwa mit Beginn der Mittelschule bietet sich der schrittweise Umstieg auf bargeldloses Bezahlen an.
Insgesamt ist es ein scheinbarer Widerspruch: Während der Anteil der Barzahlungen im Vergleich zu den alternativen Zahlungsformen seit Jahrzehnten rückläufig ist, ist die Nachfrage nach physischem Bargeld dennoch ungebrochen. Digitalisierung, Finanzkrise und die geopolitische Sicherheitslage haben die Nachfrage nach Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel verstärkt.
Marketing-/Werbemitteilung der BTV Vier Länder Bank AG. Die Beiträge in dieser Publikation dienen lediglich der Information. Die BTV prüft ihr Informationsangebot sorgfältig. Dennoch bitten wir um Verständnis, dass wir diese Informationen ohne Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit zur Verfügung stellen. Beachten Sie bitte, dass Einschätzungen und Bewertungen die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt der Erstellung bzw. der Ausarbeitung reflektieren und für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges keine Gewähr übernommen wird.